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“Es war einmal ein alter Schuhmacher, der lebte in einem Lande,
wo die Berge hoch und die Tage lang waren und die Sonne sehr heiß schien.
Als er plötzlich verstarb, wurden all seine Schuhe unter den Leuten in seiner
Stadt verteilt. Doch einen Schuh hatte man vergessen.
Er war sehr traurig und weinte bitterlich, dass die Tränen nur so liefen.
Doch die salzigen Tropfen konnten seinem schönen Leder nichts anhaben.
Nach einer Weile blickte er in den staubigen Spiegel, welcher unter dem
Tisch des alten Schuhmachers stand und stellte fest, dass er eine prächtige
Sohle hatte, die zum Laufen gemacht war. Also fasste er einen Entschluss
– er wollte die Welt entdecken und das Glück finden!
So schnürte er sich fest und stiefelte los gen Norden.
Er überquerte ein großes Gebirge, schlug sich durch unwegsame Gebiete
und trotzte Wind und Wetter. Jeden Abend, wenn er sich zur Ruhe legte,
war er erstaunt, dass ihm kein noch so steiniger Weg etwas anhaben konnte.
Er lief wie auf Wolken.
Und so kam er nach vielen Monden ins Sachsenland und erreichte die
schöne Stadt Leipzig.
Auf den Straßen ertönte Musik, der Duft der Großstadt lag in der Luft
und so lies sich der Schuh in dem bunten Getümmel treiben. Plötzlich
vernahm er ein kindliches Jauchzen und die Stimme eines Papas, der sich
begeistert mit seinem Sprössling über die neuen Stiefel austauschte.
Neugierig blickte der weit gereiste Schuh auf und fand sich vor einem
Schuhgeschäft wieder.
Die Tür war offen und so spazierte der kleine Draufgänger mutig hinein.
Mit den Enden seiner Schnürsenkel rieb er sich verdutzt die Ösen frei
und konnte sein Glück kaum fassen. Wo war er denn hier gelandet?
Er entdeckte so viele Schuhe, die anders aussahen, als jene,
die er auf seiner weiten Reise traf! Keiner glich dem anderen,
alle sahen gesund aus, verrückt und wunderschön.
Eine freundlich lächelnde Dame kam auf ihn zu,
nahm den kleinen Kerl zu sich und putzte ihn erstmal
ordentlich ab, bevor sie ihn behutsam mit
reichhaltiger Ledercreme pflegte.
Das war genau das Richtige nach so einer langen Reise.
Glücklich und zufrieden seufzte er für sich allein
„Hier bin ich Schuh, hier darf ich’s sein“.”

S. & A. Zimmermann

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